Die Reise der Karawane


Unter dem Motto „Paradiesvögel statt Reichsadler“ schlossen sich am 14.06.2020 verschiedene Menschen in über 30 Fahrzeugen aus der Oberlausitz zusammen. Mit bunten Fahnen, Transparenten und guter Laune ausgestattet, wurde von Zittau bis Bautzen ein Zeichen für Vernunft, Kreativität und Demokratie gesetzt. 

 

„Die letzten Wochen waren von Reichsfahnen, Verschwörungsmythen und anderen Dingen geprägt, die auf den Müllhaufen der Geschichte gehören. Da es bisher keine sichtbaren Aktionen gab, die dies kritisieren, haben wir das mit dem heutigen Tage geändert.“ sagte dazu ein Teilnehmer.

 

Einige Menschen haben sich sichtlich gefreut, mal einen anderen Anblick zu erleben.

Natürlich sahen das nicht alle so.

 

„Im Vorfeld gab es bereits Ankündigungen die Karawane zu behindern und den Aufruf auf die Reichsfahnen einmal zu verzichten.“ so die Anmelder

.

Weil im Vorfeld eine Vielzahl von Drohungen ausgesprochen wurden, mussten, in Absprache mit den Behörden, Maßnahmen zum Schutz der Teilnehmer*innen ergriffen werden.

 

Plakate mit demokratischen und menschlichen Werten, welche vorab an der Strecke angemeldet und aufgehangen wurden, wurden überwiegend entwendet oder zerstört. Während der Aktion drehten sich einige Personen nur um oder beschimpften die Karawane. Beim Passieren der Karawane kam es aber auch zu Eierwürfen, Menschen traten auf die Fahrbahn, griffen in den Verkehr ein und versuchten Banner abzureißen.

 

Zudem wurden Autos bespuckt, ja es wurde sogar in offene Autofenster gespuckt.

Und dies in Zeiten von Corona.

Außerdem musste die Karawane plötzlich eine Zwangspause einlegen, da entgegen vorheriger Absprachen mit der Polizei die Autos mit Kennzeichnung fahren sollten. Angesichts der Sicherheitslage wurde dem nicht zugestimmt.

Nach langen Gesprächen konnte der Konvoi wie geplant bis Bautzen fortgesetzt werden.

Allerdings erst nach Ende der B96-Proteste an diesem Tag.

 

 

Fazit:

Vielen Menschen gelang ein friedlicher, kreativer Protest gegen die Entwicklungen an der B96. Es zeigte sich deutlich, wie wichtig es ist nicht zu schweigen und aktiv zu werden. Wir konnten ein wichtiges Zeichen für die Menschen in der Region setzen und die breite Öffentlichkeit auf diese unerträgliche Situation aufmerksam machen. Die Diskussionen in den Gruppen der B96-Protestierer waren vielfältig. Neben Bedrohung und Wehklagen wurde auch die Verbannung der Reichsflaggen diskutiert. Die Fans eines deutschen Reiches jeglicher Ausprägung mussten erkennen, dass sie nicht das Volk sind. Damit haben sie auch nachher noch schwer zu kämpfen. Um sich besser zu fühlen traten Sie einen Shitstorm auf die beteiligten Organisationen los, beschimpften und bedrohten Teilnehmer*innen. Sprayten im Schutz der Dunkelheit Hakenkreuze auf Autos und Türen und fingen an Märchen zu erzählen.

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